Die Köpenicker Straße Nr. 20

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in Berlin Kreuzberg



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Denkmal Berliner Velvetfabrik
(baumwollene Samte - Velvets)


Das Luisenstädtische Heimatbuch von 1927 weiß zu berichten:



Mit dem wirtschaftlichen Aufschwunge in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kam auch die Velvetindustie zur Blüte, in dem die Samte und Plüsche (bis dahin Luxusartikel) allgemeine Bedarfsartikel wurden.Es ist daß verdienst Mengers, auf diesem Gebiet bahnbrechend geworden zu sein. mengers hatte als Leiter der mechanischen weberei in hannover/Linden um 1850 die herstellung von Baumwollsamtgeweben eingeführt. Im Jahre 1873 gründete er die Berliner velvetfabrik in Form einer Aktiengesellschaft. Sie ging jedoch bald wieder in seinen eigenen Besitz über. Die fabrik entwickelte sich zu einer erstaunlichen Höhe, in Schwibus entstand eine Zweigfabrik und in beiden wurden vor kriegsbeginn etwa 200 Arbeiter beschäftigt. Auch in Frankreich schuf die Firma Mengers in jenen Jahren eine Fabrik, sie wurde aber ein Opfer des Weltkrieges.

1915 starb der Begründer dieser Unternehmen im Alter von 91 Jahren. Seine beiden Söhne traten das erbe an und führten das Werk durch schwere zeitläufe hindurch. Während des Krieges mußte Sie, wie viele andere Unternehmungen, auch ihren Betrieb zeitweilig einstellen. Erst 1919 konnte die Arbeit wieder allmählich fortgesetzt werden. Bis heute hat sie wieder den Stand von 1500 Arbeitern erreicht.
1923 wurde das Unternehmen wieder in seine ursprüngliche Form einer Aktiengesellschaft zurückverwandelt.

Die Fabrikate der Gesellschaft erweisen einen solchen Grad an Vollkommenheit, daß dieselben von allen Sachverständigen des In - und Auslandes als erstklassig anerkannt werden. Es gibt wohl kein Land auf der Erde, daß nicht von der Berliner velvetfabrik beliefert wird. Nach wirtschaftlichen Gesetzen durchdacht und ausgebaut besitzt der Betrieb eigene Buchbinderei und - druckerei; in eigener Schlosserei weren viele Arbeitsmaschien selbst gebaut und maschinenschäden repariert.
Auch eine vollständige Tischlerei und Brettschneiderei, eine Klempnerei und eine Elektrowerkstatt sowie besondere Kartonagen -und Kistenfabrik sind vorhanden. So ist die Firma bei ihrer hohen technischen Entwicklung im Stande, die Güte ihrer produkte zu gewährleisten.
Im zweiten Weltkrieg:
BERLINER FÄRBEREI UND DRUCKEREI R. WOLFF KG. Berlin SO 36, Köpenicker Str. 18-20.


Bei Aktienverkäufern liest sich die Beschreibung folgender Maßen:
Betrieb von industriellen Unternehmungen jeder Art, insbesondere die Fortführung der seit ca. 1880 bestehenden Firma, frühere KG Berliner Velvetfabrik M. Mengers & Söhne.
Die Fabrikation der Gesellschaft umfaßte insbesondere baumwollene Samte (Velvets), Velveteens und Cords.

Gegründet als AG am 4.12.1905; eingetragen am 8.12.1905.

Die Firma lautete bis 1906: Zentralamerika-Bank AG, dann bis 20.11.1923: AG für überseeische Bauunternehmungen, danach: Berliner Velvetfabrik M. Mengers & Söhne AG.

Besitztum (1932): Der Hauptbetrieb der Gesellschaft befand sich in Berlin, Cöpenicker Str. 18, 20, auf einem eigenen Grundstück von etwa 10.000 qm Grundfläche, von denen 6.400 qm bebaut waren.

Zweigbetriebe wurden in Schwiebus unterhalten, und zwar auf eigenen Grundstücken mit einer Grundfläche von 13.800 qm, von denen 5.000 qm bebaut waren.

Außerdem waren eigene Fabrikbaracken auf gepachtetem Gelände mit 4.600 qm Grundfläche vorhanden.
Die Gesamtnutzungsfläche der eigenen und der gemieteten Fabrikationsräume betrug ca. 30.000 qm.
Großaktionär der Gesellschaft war seit 1926 die Mech. Weberei Linden (ca. 90 % des A.-K.).

Im AHB 1943 nur als Beteiligung erwähnt. Im RTB 1942 findet sich unter der Adresse der Gesellschaft die Firma "Berl. Färberei u. Druck. R. Wolff KG" sowie so unterschiedliche Unternehmen wie eine "Gold- und Silberschmiede" und ein "zool. Desinfektor".

Heute wird das denkmalgeschützte Gebäude in der Köpenicker Straße 18-20 von der Firma Sala-Druck genutzt.

Quelle : Dr. Busso Peus


Alwin Schöne
Bau-, Dekorations- und Schildermalerei
Spezialität Fassadenmalerei und Abputz
Köpenicker Straße 20a
(1931)

Tabakgrosshandlung "Stangenberg"
Köpenicker Straße 20a
(1932)

Spätestens 1942 Lager für "60 Zivilrussen"

Die Firma
Berliner Gold- u. Silberschmelze
Fr. Christionat
SO 36, Köpenicker Str. 20a
(1941)

Gold- und Silberschmelze
F. Jankowski
SO 36, Köpenicker Str. 20a
(())

Hildesheimer Apparatebauges.mbH.
Zweigniederlassung Berlin.
SO 36, Köpenicker Str. 20a
(1941)

Miller, Franz
Spedition,
SO 36, Köpenicker Str. 20a
(1941)

Noach, Max
Damenkonfektion
SO 36, Köpenicker Str. 20a
(1941)


Nach dem Kriege hatten hier viele kleine Firmen ihren Sitz. So auch wieder eine Schlosserei. Auch eine Gerüstbaufirma war hier bis 2008 ansässig.

heute:

befindet sich seit 2009 hier das Wohnmagazin Exil, daß seinen ursprünglichen Standort in der Yorckstraße aufgegeben hat.
www.exil-wohnmagazin.de

E-Mail

eisfabrik@berlin-eisfabrik.de