Die Köpenicker Straße Nr. 10a -Denkmalensemble

in Berlin Kreuzberg




+++ Dieses Seite befindet sich im Aufbau +++ +++



Denkmalensemble

damals...

Die Grundstücke Köpenicker Straße 6 -10a dienten den Kattundruckern und Wollfärbern als Trockenwiesen. Das Wohn- und Fabrikgebäude wurde 1911 im Jugendstil auf einem 1442 m² großen Wassergrundstück direkt an der Spree errichtet.

Obwohl beim Makler "Erber Immobilien" zu lesen ist: "Im Vorderhaus waren herrschaftliche Offizierswohnungen".
finden sich in historischen Adressbüchern nur sehr wenige Militärs, sondern auch Arbeiter wie Tischler, Klempner, Mauererpolier, Zimmermeister, Tapizierer, Ingeneure, Gastwirte, Kaufleute etc.

Die dahinter liegende ehemalige Marmeladenfabrik besteht aus 2 Quergebäuden, wobei das 2. Quergebäude direkt an der Spree liegt.


Die Köpenicker Straße Nr. 10
damals...

Im Netz gefunden:
"A. Clages Nachfolger
Lampen Fabrik
Köpenicker Straße 10
Berlin SO33
im Jahr 1913"
gegründet 1830
Tisch-, Küchen- und Hängelampen.

"Isak Kleiner"
hatte hier ein kleines Geschäft zum Handel mit Landesprodukten (Nahrungs- und Genußmittel)
Das von den Faschisten als "jüdisch" bezeichnete Unternehmen wurde 1919 gegründet und 1937 liquidiert.


Köpenicker Straße 10 a
Ideal Werke, Aktiengesellschaft für drahtlose Telefonie, Berlin SO36, Cöpenickerstr.10a (ab 1927)


Aus den Ideal Werken ging ein Radio hervor das sich Blaupunkt nannte...

Feinmechanik und Elektrowerke


Link: Kreuzbergmuseum

Hier mussten im 2. Weltkrieg 74 russische Zwangsarbeiter arbeiten und wohnen. 1942 errichtete die Firma Franz Lange, auch Eigentümer des Hauses, auf dem Grundstück Köpenicker Straße 12 eine Baracke mit Drahtzaun. Finanziert mit Reichsgeld.
In dem Betrieb wurden 390 Arbeiter beschäftigt. Da hier Nachrichtengeräte hergestellt wurden, war der Betrieb als Wehrwirtschaftsbetrieb eingetragen.
In der Baracke lebten 1944 90 Männer und Frauen aus der Ukraine auf 536m².

Köpenicker Straße 10
In diesem unauffälligen Wohnhaus wohnten vier Zwangsarbeiter/innen aus Serbien bzw. Weißrussland, die bei dem schweren Bombenangriff am 3.2.1945 in der Köpenicker Str. 24a ums Leben kamen.



Brockmann, Theodor
Darm-Imp.
SO 36, Köpenicker Str. 10
(1941)


Appelt, Eva
Zigarrengeschäft
SO 36, Köpenicker Str. 10
steht im Telefonbuch von
wie auch

Bornmann, Julius&Co.
sanitäre Einrichtungen
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(Geschäft in der Skalitzer Str. 6)

Ludwig Clemens
Papierverarbeitungs-Werk Verw.
SO 36, Köpenicker Str. 1Oa
(1941)

Deutsche Normalrost-Ges. Schramm & Co. K. G.
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Ehrendorf, Karl-Heinrich
Kraftfahrzg. Verkf. u. Büro
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Gillmann, Joseph
Obst und Gemüse, Lebensmittel
SO 36, Köpenicker Str. 10
(1941)

Gleißenring, Martha
Parteigeschäft d. R. Z. M. (Reichszeugmeisterei der Faschisten)
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Katie-Pumpen Karl Thiele & Co.
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Kuk Apparatebau GmbH
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Ritscher GmbH
Mech. Präaisionswerkstatt
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Dr. Günter Scheerer
Zahnarzt
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Schmidt, Carl W.
Roststäbe Temper-Grauguß
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

Voigt, Käte
Gastwirtin
SO 36, Köpenicker Str. 10a
(1941)

heute: --- im Aufbau ----


Die Fabrikhallen wurden in nur einem Jahr zu Loftwohnungen mit Spreeblick und O-Zwei Dauerwerbebeleuchtung im Wohnzimmer...(insgesamt ca. 8.600 m2 Wohnfläche) unter Leitung der Opperskalski-Architekten.de umgebaut.

Beschreibung zum Mediaspreegebiet

Der Französische Architekt und Kunstsammler Arthur de Ganay hat sich in dem nur in einem Jahr Bauzeit luxussanierten Gebäude niedergelassen berichtet das Heimatjournal des RBB in einem Fernsehbeitrag vom 26.09.2009 .

Sammlung Arthur de Ganay

Köpenicker Straße 10A
10997 Berlin

Email: info@collectionarthurdeganay.com
Besichtigung:
Jeden zweiten Sa. 14 bis 16 Uhr; Anmeldung erforderlich
www.collectionarthurdeganay.com


Trotzdem hat er sich auch über das Licht der Ohhzwei Arena beschwert.

Am 24.Januar 2009 schreibt die Berliner Zeitung unter der Überschrift: "Ausufernde Landschaften"

Dennoch wird sich die Wohnwirtschaft genau wie die Medienunternehmer auf ein zähes Ringen mit den Berlinern einstellen müssen. Julia Schubert von Erber Immobilien blickt heute oft fassungslos auf drei Jahre enervierender "Eisbrecherarbeit" zurück, die sie benötigte, um die 70 Wohneinheiten der voll sanierten Jugendstil-Marmeladenfabrik in der Köpenicker Straße 10a zu veräußern.

"Die Kreuzberger selbst wollten es billig und haben nicht akzeptiert, dass man für einen Spreeblick einen Preis von 1700 -3300 Euro pro Quadratmeter hinblättern muss", sagt sie.
Viele Interessenten von außerhalb dagegen fanden Kreuzberg "abschreckend" und das Umfeld mit seinen vielen Brachen "trostlos".
Erst Anfang 2007 war eine Eigentümerschar aus Künstlern und Akademikern beisammen und es dauerte zwei weitere Jahre bis das erste große Problem auftauchte: die Lichterblitze der O2 Arena, die nun ihren Schlaf stören.

E-Mail

eisfabrik@berlin-eisfabrik.de