Posthof Briefkopf

Die Köpenicker Straße 132 in Berlin Mitte
Das Postfuhramt

Postauto

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Darstellung über die Bebauung des Postfuhramtes Köpenicker Straße 132 - Melchiorstraße 9 von 1893

Postfuhrhof Luisenstadt Paketannahme

Portal der Postamt SO16 Paketannahme auf der Köpenicker Straße
Wäre schön, wenn es erhalten bliebe.
Paketkarte Poststempel SO16
Paketkarte Berlin SO16 1931


Bis Mitte der 90er Jahre befand sich in Goldenen Lettern hier der Schriftzug:"Postamt 16; Paketannahme"
Können Sie ihn noch erahnen?
Ausfahrt Köpenicker Straße
Das Tor an der Köpenicker Straße.

Ausfahrt Köpenicker Straße


Posthalterei Luisenstadt

Das Luisenstädtische Heimatbuch von 1927 berichtet über die 1893 errichtete Posthalterei zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße:

In der Posthalterei

Melchiorstraße 9

Wer die sonst abseits vom lärmenden Getöse des Großstadtverkehrs liegende Melchiorstraße durchwandert, wird nicht selten überrascht durch das warnende Hupensignal eiliger Postautos, die auf leisen Sohlen durch den stillen Straßenzug dahinrauschen.

Alle nehmen sie ihren Weg von oder nach der Posthalterei.
Auf geräumigem Posthofe wohlgeordnet in Reih und Glied - halten sie hier Rast und rüsten zu neuem Tun. Nicht klein ist ihre Schar.

In voller Stärke versammelt, zählt der stattliche Fuhrpark über 200 Fahrzeuge.

Längst haben die alten Bekannten wieder das helleuchtende Gelb des Friedens angelegt und das düstere, unfreundliche Grau der harten Kriegszeit ausgezogen.

Aber andere Neuerungen haben ihr äußeres Gewand doch geändert. Wir lesen „Rahma", „Hildebrand" und andere Reklameaufschriften und erkennen sofort, daß das allmächtige Reklamewesen nun auch den Postwagen erobert und ihm ein neuzeitliches Aussehen gegeben hat.

Die Not der Nachkriegszeit war es, die auch hier Wandel geschaffen hat. Neue Einnahmequellen mussten erschlossen werden, um den so dringenden Neuaufbau des Postwesens bewerkstelligen zu können.

Wirtschaftliche Erwägungen anderer Art haben auch in dem Betrieb der Postfahrzeuge eine wesentliche Änderung hervorgerufen.

Um die arg darnieder liegende industrielle Tätigkeit nach dem Kriege wieder neu zu beleben, wurde von dem Reichspostminister Giesberts zur Einführung des Kraftantriebes und zur allmählichen Einstellung des Pferdebetriebes geschritten.
So hat denn auch unsere Posthalterei seit dem 22. Juni 1925 nur noch einen Kraftwagenbetrieb, während sie in der Vorkriegszeit einen Pferdebestand von 640 Stück unterhielt ¹).

Der Kraftwagenführer, der nun die Tradition des Postillons weiterführt, hat keinen leichten Dienst. Beständig umbrandet von dem flutenden Leben der Großstadt, müssen an die körperliche und geistige Frische sowie an Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl des Fahrers nicht geringe Anforderungen gestellt werden.

Um die Überbürdung der Führer zu vermeiden, andererseits aber auch die Fahrten möglichst wirtschaftlich zu gestalten und Leerläufe der Wagen zu verhüten, erfordert die Regelung der obliegenden Fahrten, die täglich in einem besondern Fahrtenbuch zusammengestellt werden, nicht nur eine eingehende Kenntnis der einschlägigen Postverkehrsverhältnisse, sondern auch ein weitblickendes Organisationsgeschick.

Die Tätigkeit der Posthaltereien steht in engster Verbindung mit dem Bahnverkehr.

Deshalb haben sie auch in der Nähe der großen Bahnhöfe ihre Unterkunft gefunden. Hier auf den sogenannten Umschlagebahnhöfen (Schlesischer, Lehrter, Anhalter Bahnhof) nehmen die Wagen die eingegangenen Postsachen in Empfang und führen dieselben den zuständigen Postämtern zu.

Dort mit neuen Ladungen versehen, nehmen sie ihren Weg weiter zu den verschiedenen Postämtern, bis sie dann nach Tagesarbeit wieder in ihre Posthalterei zurückkehren.

Schon am frühesten Morgen erwacht das Leben in unserer Posthalterei, und bis in die späte Nacht hinein herrscht hier emsige Geschäftigkeit. Morgens 3.15 Uhr verläßt der erste Wagen den Hof, und in der kurzen Zeitspanne von einer halben Stunde haben bereits 40 Wagen ihren Dienst angetreten.

Während des ganzen Tages findet dann ein ständiges Gehen und Kommen der Wagen statt, bis endlich nachts 1.45 Uhr auch der letzte Wagen einläuft, so daß der Verkehr nur auf 1 ½ Stunden zur Ruhe kommt.

Aber auch in dieser kurzen Nachtpause setzt die Tätigkeit nicht völlig aus. Die Fahrzeuge müssen mit elektrischer Kraft oder Benzinvorräten neu gespeist werden, um bei Dienstantritt im grauenden Morgen wieder zur Verfügung zu stehen.

Schadhafte Wagen werden schnell wieder ausgebessert in einer Betriebswerkstätte, die mit der Posthalterei verbunden ist. Auch für Wohnräume ist auf dem Postgrundstück gesorgt.

Sie werden ausschließlich unverheirateten Kraftwagenführern zur Benutzung überwiesen. So reiht sich die Posthalterei in unserer Luisenstadt als wichtiges Glied in die Organisation des öffentlichen Postverkehrs ein.

Hermann Mädel              

¹) Am ersten Weihnachtstage 1925 erreichte der Pferdebetrieb für ganz Berlin sein Ende. An Stelle der 1700 Postpferde werden 450 Automobile den Postverkehr bewältigen.


Aus "Elektrofahrzeuge im Postdienst" erfahren wir, das die Reichspost in Berlin 1921 644 Kraftwagen einsetzte, von denen 504 mit Elektroantrieb ausgestattet waren.


Ein historisches Bild ist auf der Homepage http://www.kutscher-forum.com/viewtopic.php?f=27&t=53&start=20 veröffentlicht.

Einen Bericht zur Errichtung der Anlage mit Grafiken finden Sie auch auf dieser Homepage.

Post Poststempel Postfuhramt Köpenicker Straße  Robur Rechnung vom Postfuhrhof Köpenicker Straße  Reparaturannahme Melchiorstraße 9
Postfuhramt Melchiorstraße

Nicht Schlecht! Im Juli 1990 einen B1000 für über 27 000 DM repariert...
Postfuhramt Berlin-Mitte
Der Rat des Stadtbezirks verlegt die Adresse nach Berlin 1026...
Na, ja.. damals gabs noch keine Computer im Büro, alles wurde mit Schreibmaschine getippt und die Adressen waren auf Karteikarten vermerkt.. Einmal vertippt und.. Der Brief ist dennoch bei der Kameradin - Kamerad Wehrleiter angekommen.
Sie konnten an der Brandschutzschulung teilnehmen und so zum Schutz der sozialistischen Produktionsmittel beitragen..
Bundespost Postfuhrhof
1991 dann Bundespost.. Zur deutlichen Kennzeichnung erhalten die eingeheimsten Bundesländer
das O. vor die Postleitzahlen.
Aber auch Mercedes schließt mit moderner Technik keine Schreibfehler aus.
Oder gibts noch einen Postfuhrhof in der Melchuorstraße?


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