Die Köpenicker Straße Nr. 36 - 38
in Berlin Mitte



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damals...

Holzlagerplätze

1931 nennt das jüdische Adressbuch
Kaiser, Rosa;
Kuttner, Berthold als hier wohnend.

Auf dem Grundstück Köpenicker Straße 36-38 befand sich das Unternehmen
Continental-Armaturen-Fabrik, (Maschinen und Fahrzeuge, technische Artikel)
gegründet 1910 übernommen 1933


Auch die Firma "Hugo Herz Stickerei Atelier"
Stickerei Atelier (Textil und Bekleidung)
gegründet 1904 , liquidiert 1939


Auch die Metallhandlung
"Leyser & Alterthum" gegründet 1912, liquidiert 1939
war in der Köpenicker Straße 36-38 angesiedelt.


Gamaschen Fabrik
Auch die Gamaschen Fabrik (mit elektrischem Betrieb!!) C.Wolfenstein & CO befand sich hier.

Die Firma wurde 1900 gegründet und 1939 liquidiert.

Mit der Firma
"Max Preiß & Co"
Knabenhosen (Textil und Bekleidung)
gegründet 1924 , liquidiert 1932 befand sich ein weiteres Unternehmen in der Köpenicker Strasse 36/38.

Die Firma
"Waren & Möbel Credit Gebrüder Schein"
Waren- und Möbel-Kredit (Möbel und Einrichtungen)
wurde 1925 gegründet, 1934 übernommen und 1939 liquidiert.

Alle oben genannten Unternehmen wurden von den Faschisten als "jüdisch" bezeichnet, und mussten deshalb schließen oder wurden "übernommen".

Hier wohnten Dr. Gerhard Scherk
und Heinrich Scherk
SO 16, Köpenicker Str 36-38

sagt das jüdische Adressbuch von 1931

Die Lichtspiele Südost SO16


Auf dem Grundstück befand sich ein Kino, die Lichtspiele Südost


Lichtspiele Südost Köpenicker Straße 36 - 38

Programmheft der Lichtspiele Südost vom 09. bis 11. September 1919,
Eintritt für Kinder 25 Pfennige



In den Weiten des Internets finden sich ein paar Hinweise dazu:

Als Inhaber des Kinos wird 1933 ein C. Clasen erwähnt. Das Kino hatte zu der Zeit 220 Plätze.

Odeon-Film-Theater
Inh. Paul Gierig
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Radeke, A.
Buchdr. u. Zeitschr. Verl.
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Ro Ro Schuhfabrik M. F. Günther
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Schack, A. W.
Buchdruck. Bürobed.
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Schwarzmüller, Carl
Metalle, Bohnsdorf Gartenstr. 5
Lager SO 16 Köpenicker Str 36-38
(1941)

Stock, Robert &Co
Spiralbohrer-Werkz.-u.Masch.-Fabr. AG
Marienfelde, Großbeerenstr 146 Verkaufsst. f. Bln Brandenbg. u. Pommern
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)
Robert Stock war ein Unternehmer, der in der Köpenicker Straße mehrere Unternehmen aufgebaut hat.
So die Deutschen Telefon Werke (DeTeWe) und die Stock Motorpflug AG


Verlag Friedrich Krause
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Werner, Max
Montagen
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Wernicke, Paul
Damenkonfektion SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)


Briefumschläge
Bretschneider & Graeser
Fabrik für Briefumschläge und Papierausstattungen
Köpenicker 36 - 38



Es gab einen Verlag Dimmick

Maurer und Dimmick
Verlag Maurer und Dimmick

und einen Zahnarzt Dr. Herbert Ruben, geb. 1901 in Posen, der 1933 Berufverbot erhielt und dessen Schicksal seitdem ungeklärt ist.

Wiegel, Adolf
Bürobededarfs-Fabrik
SO 16, Köpenicker Str. 115
Wohn: S016 Köpenicker Str. 36-38
(1941)

2014 werden vor Haus Köpenicker Straße 36 Stolpersteine verlegt.
Ida Butzke-Röscher, ihre Schwester Paula Butzke-Wendt arbeiteten während des Faschismus in der Buchbinderei und Druckerei Adolf Wiegel in der Köpenicker Straße 115.
In der Firma waren jüdische Zwangsarbeiter beschäftigt.
Die jüdische Widerstandsorganisation "Gemeinschaft für Frieden und Aufbau" wurde durch das anfertigen gefälschter Dokumente und Flugblätter unterstützt, wird vermutet.
Die untergetauchten Werner und Gertrud Scharff hielten sich in Verstecken abwechselnd bei den Schwestern und den Eheleuten Adolf und Frieda Wiegel auf.
Die Gruppe und weitere Firmenangehörige (Anni Olm) wurden am 12.Oktober 1944 verhaftet.

Der Gestapo gelingt es nicht, Beweise gegen die Familie Wiegel, Ida Röscher und Anni Olm zu finden. Da sie aber das Inventar der Unternehmerfamilie während der Untersuchungshaft bereits geplündert hatte, werden die Frauen ins Arbeitserziehungslager Fehrbellin verbracht.
Adolf Wiegel kam in das sogenannte Arbeitslager Wuhlheide, welches in einem Todesmarsch am 26.März 1945 ins Konzentrationslager Dachau verlegt werden sollte. Am 8. April 1945 wird Adolf Wiegel auf diesem Marsch bei Sonneberg von der SS erschossen, Werner Scharff wurde am 16.März 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen bei seiner "Anlieferung" erschossen.

Adolf und Frieda Wiegel, sowie die Schwestern Ida Röscher und Paula Wendt erhielten von der Gedenkstätte Yad Vaschem den Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern". Es ist die höchste Auszeichnung, die Israel an Nicht-Juden vergibt.

(Über die Gruppe wird ausführlich in der Broschüre "Juden im Widerstand" berichtet, Eugen Herman-Friede schreibt aus den "Erinnerungen an Illegalität und Aufbegehren" über die Gruppe in" Für Freudenprünge keine Zeit".)

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/gunter-demnig-stolpersteine-ein-lebenswerk-auf-berliner-strassen,10809148,27128146.html

http://www.nwzonline.de/oldenburg/ehrentitel-ist-hohe-auszeichnung_a_6,1,3987760078.html


Horst Decker
Dr.prakt. Arzt
SO 16, Köpenicker Str 36-38
(1941)

Echner, Bernhard
Maschinen Fabrik
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Kügler, Fritz W.
Masch.-Fabr., Rep.-Werk f. d. graph. Ind.
SO 16, Köpenicker Str. 36-38
(1941)

Zu DDR Zeiten befand sich hier ein kleiner Baubetrieb (Baureparaturen Berlin-Mitte) der dann als A.L.E.X - Bau GmbH und B.a.t.e.s. existierte.

Der Bauhandel Kapella hatte hier eine Filiale, bis die Fläche von Hochtief für den Verdi Bau gebraucht wurde.

Die Angestellten der Kapella-Filiale wurden entlassen.


Die Alex Bau GmbH wurde durch die Treuhand an Hochtief verkauft, wodurch Hochtief bis ca. 20 Jahre nach der Wende Eigentümer der riesigen Grundstücke war.

heute:

Abriss Gebäude
Nach der Übernahme der Grundstücke durch Hochtief in den 90er wurde erstmal Baufreiheit geschaffen.
Hier handelt es sich wohl um das Haus, in dem die Mieter 1932 den Mieterstreik durchführten.
Das Grundstück Köpenicker Straße 36-38 vereinigt in sich heute auch die Grundstücke 32-34.
Im Hintergrund das alte Treppenhaus des Gebäudes Köpenicker Straße 39 und den Plattenbau der heute AO Hostel ist.

Die Brache existierte heute noch (Stand 2015)

Während der in den 70 er Jahren errichtete Bau an der Straße Künstlern für eine Zwischennutzung (2012) zu Verfügung steht, wurden die wenigen verbliebenen Vorkriegsbauten (gemeint ist hier der 2. Weltkrieg) Mitte der 90er Jahre alle abgerissen.
Das Grundstück liegt seitdem brach.

Stacheldraht

Da sich das Gelände jedoch im früheren Grenzgebiet befindet, wurde es ringsrum mit Stacheldraht umzäunt.
So wird hier ein Stück Gewohnheit im Kiez fortgeführt.
Hier sollten bis 2004 die Spreeport, 2. Bauabschnitt entstehen, verkündete einst eine Tafel am Ufer....
Aber mit der DDR wurde auch die Planwirtschaft abgeschafft...

Das Gelände ist leerstehend und bietet sich prima für einen (Pocket-)Park und Spreestrand an.

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