Die Köpenicker Straße Nr. 68
in Berlin Mitte


Das Bunte Theater, Das Deutsch Amerikanische Theater, die Volksbühne und das Deutsch Amerikanische Filmtheater befanden sich in der Köpenicker Straße 68


Das Bunte Theater

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damals...


Buntes Theater
Buntes Theater (Buntes Brettl) am Alexanderplatz
Das Bild wurde Wikipedia entnommen, wo es als "gemeinfrei" deklariert ist,
Der Fotograf war Georg Bartels.
Kurze Zeit später zog das Theater in die Köpenicker Straße 68

Das Bunte Theater in der Köpenicker Straße 1901-1902

Buntes Theater

Deckblatt eines Programms des Bunten Theaters in der Köpenicker Straße

Das Theater wurde von dem Adligen Freiherr Ernst von Wolzogen als "Buntes Theater" 1901 gegründet.
Das auch„Buntes Brettl" oder „Überbrettl" genannte Theater war das erste literarische Kabarett nach französischem Vorbild in Deutschland, musste jedoch wegen der vorherrschenden Zensur auf politische Tagessatiere verzichten, obwohl es unter den Machern des Theaters darüber einen heftigen Streit gab.
Das Kabarett trug nicht nur in Berlin den Namen: "Überbrettl" was auf seine österreichische Herkunft hinweißt.


Es existierte so, trotz aufwendiger Gestaltung durch den Architekten August Endell nur von 1901 bis 1902.


Buntes Theater
1. Umschlagseite eines Programmheftes des Bunten Theaters.
Sie enthält Werbeanzeigen von Firmen in der Köpenicker Straße und Umgebung:
Carl Zobel, Herren und Knaben Moden, Köpenicker Straße 121
Theodor Eichler, Weinhandlung und Hohenzollern Restaurant Köpenicker Straße 3
H.Richter, Optische Centrale - Spezialhaus für Photographie, Wallstraße 1
A.Friese, Möbel, Michaelkirchstraße 8/Ecke Köpenicker Straße
Anna Behrens, Damenhüte, Eisenbahnstraße 2
Paul Kretschmann, Porzellan und Glaswaren, Eisenbahnstraße 40/41

Buntes Theater Wolzogen
Auf der rechten Seite, eigentlich die 3. Seite des Heftes, werden die "Macher" des Theaters erwähnt:
Hochamtlich: Freiherr von Wolzogen
Freiherr von Levetzow
Franz Ressner

Der Druck des Programmheftes des neuen "Bunten Theater" wurde durch umliegende Firmen unterstützt:
Central Reinigungs Gesellschaft, Köpenicker Straße 49
Georg Wölker Nachfahren, Franz Krause, Antiquariat, Buchhandlung und Leihbibliothek Köpenicker Straße 126.
Wolfs Restaurant, Inhaber C.Pökelmann, Köpenicker Straße 39a
Dr. Lind und Linde zahnärztliches und zahntechnisches Institut, Brückenstraße 6a
ZigarettenfabrikManoli in der Runge Straße

Buntes Theater Köpenicker Straße
2 und 3 Seite des Programmheftes. Es zeigt neben Ernst v. Wolzogen die ebenfalls aus Östereich stammende Schriftstellerin, Schauspielerin und später auch Regisseurin Olga Wohlbrück
Auch hier unterstützen die anliegenden Firmen den Druck.
So das Cafe Metropol in der Köpenicker Straße 77
Heinrichs Schuhwaaren in der Köpnicker Straße 56
Ehemann Bräu in der Köpenicker Straße 115
Hugo Ahronfeld Bekleidung, Köpenicker Straße 104 / Ecke Neanderstr
F.Stiller, Atelier für künstliche Zähne, seit 1882 in der Köpenicker Straße 121
Heinrich Fischer, Schirmfabrik,Köpenicker Straße 150
Pädagogium Hannig, Brücken Str. 7
und Restaurant Fr. Orth, Michaelkirchstraße 39

Buntes Theater
Titel und Mitwirkende im ersten literarischem Kaberett Deutschlands

Buntes Theater
Titel und Mitwirkende im ersten literarischem Kaberett Deutschlands.
Besonders Erwähung findet der Architekt August Endell und der Ingenieur C.Körtum.



Wikipedia weiß:

1901 ging Endell nach Berlin, wo er eine Reihe bedeutender öffentlicher Bauten sowie verschiedene Wohn- und Geschäftshäuser schuf.

Im Frühjahr 1901 entstand nach seinen expressionistisch anmutenden Plänen
der aufwändige Umbau mehrerer bereits vorhandener Theatersäle im Hof der Köpenicker Straße 68 für das Bunte Theater von Ernst von Wolzogen
(im Krieg zerstört).


In einem tagesspiegel Artikel vom 29.04.2012 zu"Schönheit in Eisen" ist eine Innenansicht des Bunten Theaters abgebildet.
Literaturhinweis zu August Endell mit Abbildungen von der Innengestaltung des Bunten Theaters in der Köpenicker Straße 68:

"August Endell. Der Architekt des Photoateliers Elvira 1871-1925." Ausstellung Müchen 1977; Taschenbuch 1. Januar 1977 von August ; Sembach, Klaus-Jürgen Endell (Autor)


Auch zu Ernst von Wolzogen gibt es einen Wikipediaeintrag.

Literaturhinweis zum "Überbrettl" am Alexanderplatz:
"Berliner Musenkinder Memoiren", Helga Bemmann, Lied der Zeit Musikverlag, Berlin 1981;

Der Luisenstädtischen Bildungsverein hat zum Theman recherchiert und sein detailliertes Ergebnis ist online abrufbar.


Ernst Wolzogen
Eine sehr frühe Ansichtskarte
Ernst von Wolzogen mit Signum;
Buntes Theater Überbrettl
datiert 25.2.1901
an Paul Robert aus Dresden ins Hotel Savoy, Berlin gesendet.


Das Bunte Theater Luise Berlin
Das Bunte Theater in der Kreuzberger Chronik

Damen Ensemble Costrelly im Bunten Theater
Ansichtskarte
Damen Ensemble Costrelly
im Bunten Theater

Ernst von Wolzogen
1901; Regiesitzung der "Überbrettl Gesellschaft" im Bunten Theater Köpenicker Straße 68

Ernst von Wolzogen
Ansichtskarte
Ernst (Freiherr) von Wolzogen,
* 23. April 1855 in Breslau; 30. Juli 1934 in Puppling bei Wolfratshausen

Wolzogen als Offizier
Bucheinband
Ernst (Freiherr) von Wolzogen,
Standesgerecht, 1915 in Offiziersuniform und als Verfasser eines Kriegsromans



Nachdem Arbeiter und Bauern 1918 ihren Anspruch auf eine Gleichstellung erhoben und der Adel seinen Besitz und seine Macht schwinden sah,
ging dieser offen gegen die Errungenschaften der Novemberrevolution vor.

So bekämpfte auch der adlige Ernst von Wolzogen die Weimarer Republik
und sah im Regiem des Faschismus die Chance zur Wiederherstellung der Macht des Adles
und den zuverlässigsten Schutz gegen das Aufbegehren von Arbeitern und Bauern,
weshalb er auch für die Faschisten Wahlkampf betrieb.




 


Laura von Wolzogen
Ansichtskarte
Elsa Laura von Wolzogen, gelaufen 1902


Standesgerecht heiratete Ernst von Wolzogen 1902

Elsa Laura Seemann von Mangern,
eine Berliner Lauten-Sängerin

geb: 5. August 1876 in Dresden; 25. April 1945 in Admont

Die Ansichtskarte ist 1902 gelaufen.

Friedrich Schiller
Ein Vorgänger von Ernst von... bot Friedrich Schiller im Dezember 1782 ein unauffälliges Asyl im thüringischen Bauerbach an,
wo sich Schiller 2 Jahre verbarg.

 

Danach wurde es von anderen "bespielt" wie ab 1903, dem "Deutsch - Amerikanischen Theater" und vor der Errichtung eines neuen Gebäudes am Bülow Platz (heute Rosa-Luxemburg-Platz) auch von der "Volksbühne".


Deutsch Amerikanisches Theater

Deutsch-Amerikanisches Theater
Deutsch-Amerikanisches Theater in der Köpenicker Straße 67/68 ab 1903.
(Ansichtskarte) Gastspiel "New York" Bild 3 Mott Street (1904)
Adolf Philipp (29. Januar 1864 in Lübeck - 30. Juli 1936 in New York), selbst nach Amerika ausgewandert, führte in New York ein "deutsch amerikanisches Theater" (German Immigrant Theater)
Für die Jahre 1903 bis 1906 führte sein Weg zurück nach Deutschland, wo er das Deutsch-Amerikanische Theater in der Köpenicker Straße leitete.
Dann kehrte er zurück nach New York.

Thematisiert wurde die Flucht der Deutschen von Not und Elend in Deutschland und die Hoffnung dieser Menschen in Amerika.
Die Vereinigten Staaten nahmen unbegrenzt Einwanderer auf. Erst 1922 wurde die Zahl der Einwanderer begrenzt.
Besonders tragisch war das für die Juden, die vor den Nazis flüchten mussten und denen der Weg in die USA dann versperrt blieb. Das bedeutete für die viele Europäischen Juden den Tod.


Adolf PhilippAdolf Philipp
Liederhefte, Lieder von Adolf Philipp "Vierländer Lied" aus "Uebern grossen Teich" (1903) und "Das Lied von der schwarzen Katze" aus "Hüben wie drüben" (1905).
Ein Heft gedruckt im Deutsch Amerikanischen Verlag von Paul Philipp (1868-1923) in der Köpenickerstr. 68.

Köpenicker Straße 68
Deutsch-Amerikanisches Theater in der Köpenicker Straße 67/68 ab 1905. Gastspiel "New York" Bild 5 Broadway (1904)


Adolf Philipp

Gastspiel „Ueber´n grossen Teich" (1903)

Deutsch Amerikanisches Theater
Gastspiel „Ueber´n grossen Teich" (1903)

Deutsch amerikanisches Theater
Ansichtskarte vom Deutsch Amerikanischen Theater in der Köpenicker Straße zu dem Stück "Über den großen Teich".




Deutsch Amerikanisches Theater
Adolf Philipp, Deutsch Amerikanisches Theater, Gastspiel Ueber'n grossen Teich (1903) Deutsch Amerikanisches Theater
Adolf Philipp, Deutsch Amerikanisches Theater, Köpenicker Straße 67/68
Gastspiel Ueber'n grossen Teich (1903)

Deutsch Amerikanisches Theater
Ansichtskarten Grete Gallus in „Ueber´n grossen Teich" (1903).



Hans Lüpschütz
Auf dieser Ansichtskarte ist der Schauspieler Hans Lüpschütz im Deutsch Amerikanischen Theater abgebildet.


Hans Lüpschütz
(auch Hans Lippschitz)


Über Hans Lüpschütz finden sich weitere Informationen im Internet.
So sind noch Kostproben seines musikalischen Talents zu finden wie "Das Schneiderlied" und "Auf dem Autobus. Telefon-Geheimnisse"


In den 20er Jahren wurde Hans Lüpschütz Theaterdirektor des "Theater des Westen"s und blieb es wohl bis zu Beginn der 1930er Jahre.
Anschließend war er Direktor des Lustspielhauses Berlin-Mitte womit seine Karriere beendet scheint.
Und das war kein Zufall.

Denn Hans Lüpschütz wird auch erwähnt, wenn von der Deportation seiner Schwester Gertrud Lüpschütz nach Riga am 5.September 1942 die Rede ist, wo sie umgebracht wurde.
Auch die Schwester Magarethe Lüpschütz wurde am 17. Mai 1943 nach Auschwitz deportiert und wurde dort wahrscheinlich auch gleich nach der Ankunft ermordet.

Als Begründung für diese Grausamkeit diente die Verfolgung der Juden.

Der am 1. September 1877 in Berlin geborene Hans Lüpschütz starb am 3. Juli 1942 in Berlin.


 

Bruno Willes pachtete das Haus in der Köpenicker Straße 1910 für die "Neue freie Volksbühne" als

„Neues Volkstheater".




Volksbühne am Bülowplatz Volksbühne 1914


bis 15. August 1914 befand sich hier die Neue freie Volksbühne.

Erst nach weiteren Zwischenstationen steht sie heute am Rosa-Luxemburg Platz.


National Theater in der Köpenicker Straße

National Theater


Merkwürdig das eine Namensgleichheit mit dem Nationalmuseum auf der Museumsinsel zugelassen wurde.

Kino Deutsch Amerikanisches Theater


Die Geschichte des Hauses endet so aber noch nicht! Nachdem unter der Adresse ein Nationaltheater im Adressbuch vermerkt ist, findet sich ab 1924 (alleskino.com) ein Lichtspieltheater in der Köpenicker Straße 68, das wieder unter dem Namen "Deutsch Amerikanisches Theater" betrieben wird, wie auch das Programmheft von 1930 zeigt.


D.A.T. - Lichtspiele
Im Telefonbuch ist 1941 vermerkt:
D. A. T. Lichtspiele
Lemke, Abshagen & Co
SO 16, Köpenicker Str. 68

Zum Programm gehörten sowohl Film als auch Theater.

Im Bombenhagel geht die Geschichte des Hauses zu Ende.

An der Adresse betreibt heute Dimitri Hegemann heute in den ehemaligen Turbinenhallen des Heizkraftwerks Mitte einen Kulturstandort für Veranstaltungen "voller Energie".


Die kreuzberger-chronik zum Haus Nr. 68

heute :



Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809-1851 Von Jacob Jacobson benennen:
Levinstein, Abraham; Seifensiedergesellschaft
arbeitete 1828 in der Fabrik von S.B. Berend Söhne Köpenicker Straße 68

Gaskronen
Anzeige Gaskronen Uebel; Köpnickerstr. 68;
1903
Die wohl grössere Gaskronen Gesellschaft befand sich mit der "Krone Gasglühlicht Gesellschaft"
in der Köpenicker Straße 56

Rehmann, Emil
Obst u. Südfrüchte
SO 16, Köpenicker Str. 68
(1941)

Schwandt, Elise
Film-Garderobiere
SO 16, Köpenicker Str. 68
(1941)


E-Mail

eisfabrik@berlin-eisfabrik.de